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Feb 22

Minds + Machines veröffentlicht Analyse mit neuen Erkenntnissen über die Auswirkungen neuer Top-Level Domains auf Markeninhaber

Markeninhaber stehen der Einführung neuer Top-Level Domains bisher skeptisch gegenüber. Unternehmen und Markenrechtsorganisationen haben Sorge, dass durch Markenverletzungen und Streitschlichtungsverfahren hohe Kosten entstehen. Dadurch wurde der ICANN-Bewerbungsprozess für neue Top-Level Domains verzögert. Stellt die Einführung neuer Top-Level Domains tatsächlich einen Anstieg an Markenverletzungen und erhöhte Kosten für Markeninhaber dar?

Minds + Machines hat eine Analyse zu Markenverletzungen im TLD-Raum und die damit verbundenen Kosten für Markenrechtsinhabern veröffentlicht. Dazu wurden Daten aus den Streitschlichtungsverfahren (UDRP) der vergangenen neun Jahre analysiert.

Die Analyse hat ergeben, dass die Anzahl der UDRP Fälle mit der Anzahl registrierter Domains innerhalb einer Top-Level Domain in Zusammenhang steht. Bisher wurde angenommen, dass neue TLDs besonders viele UDRP Fälle mit sich bringen werden. Die Ergebnisse der Analyse zeigen jedoch, dass es aller Voraussicht nach weniger Markenverletzungen im neuen Top-Level Domain Namensraum geben wird als bisher befürchtet. Sollten 300 neue Top-Level Domains in der kommenden Bewerbungsrunde eingeführt werden, wird mit nicht mehr als ca. 300 zusätzlichen Streitschlichtungsverfahren gerechnet.

Markeninhaber müssen, anders als erwartet, nur geringe Kosten für Markenrechtsansprüche aufbringen. Es wird damit gerechnet, dass sich die jährlichen Kosten für die Durchführung von Schlichtungsverfahren in den neuen Top-Level Domains auf ca. $900.000 belaufen werden. Jährlich sind das im Durchschnitt $ 0.10 pro Markeninhaber. Zudem fällt ein Großteil dieser Schlichtungsverfahren innerhalb nur einer Top-Level Domain, nämlich .com, an.

Die unabhängige und angesehene Website UDRPlaw.net, die über die rechtlichen Aspekte der Schlichtungsverfahren informiert, hat die Wahrhaftigkeit und Relevanz der Analyse bestätigt und ihre Leserschaft dazu aufgefordert, sich die Analyse durchzulesen.

Die vollständige Analyse können Sie auf Englisch im Blog von Minds + Machines nachlesen.

Feb 16

EOI: ICANN veröffentlicht Ergebnisse der „Public Comment Phase“

Bis zum 7. Februar bestand die Möglichkeit, zum „Draft Expression of Interests/ Pre-Registrations Model“ der ICANN im Internet Stellung zu nehmen. Das EOI sieht vor, dass potentielle Bewerber ihre gewünschte Top-Level Domain mit einer Anzahlung vorab anmelden, um an der kommenden Bewerbungsrunde teilnehmen zu können.

Insgesamt wurden 274 Stellungnahmen abgegeben. 183 (67%) haben sich für das EOI ausgesprochen, die meisten davon hatten diesbezüglich keine Änderungswünsche am vorgeschlagenen Modell. 76 (28%) stimmten gegen das EOI-Verfahren gestimmt.

Kontra

Pro EOI

183 Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen haben sich für das EOI ausgesprochen. Davon stammten 97 Stimmen von Privatpersonen, die restlichen 86 Stimmen stammten von Unternehmen und Organisationen. Wir haben die wichtigsten Argumente der Unterstützer zusammengefasst:

  • Das EOI ist ein wichtiger Schritt, um den Bewerbungsprozess für neue Top-Level Domains voranzubringen.
  • Mit dem EOI-Verfahren erhalten die Bewerber einen Zeitplan für die Einführung neuer Top-Level Domains.
  • Die ICANN erfährt, mit wie vielen und mit welchen neuen Top-Level Domains sie zu rechnen hat.
  • Die ICANN wird in der Lage sein, den Umfang der anstehenden technischen Herausforderungen besser einzuschätzen.
  • Neue TLDs tragen dazu bei das Internet sicherer zu machen.
  • Die Teilnehmer am EOI-Verfahren werden legitimiert, den Bewerbungsprozess offiziell mitgestalten zu können.
  • Das EOI-Verfahren beschleunigt den Bewerbungsprozess und führt Wettbewerb in das Domain-Name-System ein.
  • Durch das EOI-Verfahren erfahren Bewerber von potentiellen Mitbewerbern, können sich gegebenenfalls einigen.

Kontra EOI

Die Mehrheit der Gegenstimmen kamen von Markenrechtsvertretern: Markenrechtsorganisationen (23 Stimmen), Markenrechtsanwälte (21 Stimmen) und die Rechtsabteilungen großer Unternehmen (15 Stimmen) machten 80% der Gegenstimmen aus. Die Argumente der Gegenseite können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Das EOI sollte erst stattfinden, wenn die offenen Fragen – zur Klärung der Markenrechtsfragen, zur generellen Nachfrage, zur Gewährleistung der Stabilität des Domain-Name-Systems und zum Domain Missbrauch – geklärt sind.
  • Die finale Version des Applicant Guidebooks sollte vor dem EOI-Verfahren veröffentlicht werden.
  • Die Gebühr von $55.000 ist zu hoch für gemeinnützige Organisationen und Entwicklungsländer.
  • Es sollen generell keine neuen Top-Level Domains eingeführt werden.

Fazit

Zusammenfassend hat sich die Mehrheit der Teilnehmer am „Public Comment Process“ für das Voranmeldungsverfahren (EOI) ausgesprochen und die ICANN dazu aufgerufen, einen verbindlichen und verlässlichen Zeitplan zu veröffentlichen und den Bewerbungsprozess voranzubringen. Die meisten Stimmen, die sich negativ gegenüber dem EOI-Verfahren äußerten, sind prinzipiell gegen die Einführung neuer Top-Level Domains.

Die ICANN wird voraussichtlich während des nächsten ICANN-Kongresses in Nairobi Anfang März eine endgültige Entscheidung zu dem EOI-Verfahren treffen. Wir werden Sie über die kommenden Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Feb 3

Minds + Machines GmbH bei “Domain Pulse 2010″ in Luzern

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Die Minds + Machines GmbH hat am Domain Pulse, der Fachtagung der deutschsprachigen Registries nic.at (.AT), Denic (.DE) und Switch (.CH), in Luzern teilgenommen.

Domain Pulse wurde dieses Jahr von der Schweizer Registry SWITCH veranstaltet und ist der wichtigste Kongress rund um Domainnamen im deutschsprachigen Raum. Zum siebten Mal trafen sich am 1. und 2. Februar rund 200 Experten aus allen Bereichen des Internets, um sich über die aktuellsten Themen und Trends in der Domainnamen-Industrie auszutauschen.

Im Mittelpunkt stand die Sicherheit im Internet. Höhepunkt des zweitägigen Kongresses war dabei die Einführung von DNSSEC in der Schweiz. DNSSEC ist die Erweiterung des Domain Name Systems und garantiert mehr Sicherheit im Internet. Zudem wurden Themen, wie zum Beispiel Internet Governance und Domainnamen Missbrauch, besprochen.

In einem Ausblick auf die Trends dieses Jahres wies der Geschäftsführer der nic.at Richard Wein auf die Notwendigkeit der Einführung neuer Top-Level Domains hin. Wein betonte, dass insbesondere regionale Top-Level Domains dem Trend eines immer globaler werdenden Internets entgegenkommen würden.

Aufzeichnung der Vorträge finden Sie auf der Website von Domain Pulse: www.domainpulse.ch.